1942

21.–23. Januar 1942 – die Razzia von Novi Sad, 1.246–4.000 Serben und Juden von den Ungarn erschossen, Leichen in die Donau geworfen

21.–23. Januar 1942 – die Ungarn führen eine Razzia in Novi Sad und 13 umliegenden Städten durch (Vojvodina). 1.246–4.000 Serben, Juden und Roma erschossen (3 Tage). Leichen durch ein Loch im Eis in die Donau geworfen (viele Leichen nie gefunden). Grund: „Säuberung der Vojvodina von Serben und Juden" – ethnische Säuberung. Die ungarische Armee (Honvéds) verübte das Verbrechen (mit deutscher Unterstützung). Das schrecklichste Verbrechen in der Vojvodina während des Zweiten Weltkriegs.

21.–23. Januar 1942 – die Razzia von Novi Sad

21.–23. Januar 1942 – die Ungarn führen eine Razzia in Novi Sad und 13 umliegenden Städten durch (Vojvodina, Nordserbien).

Opfer: 1.246–4.000 Serben, Juden und Roma erschossen (die Zahl hängt von der Quelle ab – offiziell 1.246 Namen dokumentiert, Schätzungen bis zu 4.000).

Grund: „Säuberung der Vojvodina von Serben und Juden" – ethnische Säuberung (die Ungarn besetzten die Vojvodina im April 1941 und wollten die Bevölkerungsstruktur verändern).

Methode: Erschießung von Zivilisten + Werfen der Leichen in die Donau (durch ein Loch im Eis – viele Leichen wurden nie gefunden).

Dauer: 3 Tage (21.–23. Januar 1942).

Dies ist das schrecklichste Verbrechen in der Vojvodina während des Zweiten Weltkriegs.

🗓️ Chronologie – wie sich die Razzia abspielte (21.–23. Januar 1942)

Datum Ereignis
Januar 1942 (Anfang) Ungarische Generäle planen die „Säuberung der Vojvodina" – ein Befehl aus Budapest
20. Januar, abends Ungarische Truppen (Honvéds) treffen in Novi Sad ein – sie riegeln die Stadt ab
21. Januar, morgens TAG 1 – DIE RAZZIA BEGINNT: Die Ungarn verhaften ALLE Serben und Juden (Häuser, Straßen, Synagogen, Kirchen)
21. Januar, nachmittags Erschießungen am Ufer der Donau – Leichen in ein Loch im Eis geworfen (die Donau zugefroren, Temperatur –15 °C)
22. Januar TAG 2: Die Razzia breitet sich auf 13 umliegende Städte aus (Žabalj, Temerin, Šajkaš, Gospođinci usw.)
23. Januar TAG 3 (letzter): Weitere Erschießungen in Novi Sad und Umgebung
24. Januar, morgens Die Razzia endet – die Ungarn verlassen Novi Sad
Frühjahr 1942 Das Eis auf der Donau schmilzt – einige Leichen tauchen auf (viele werden nie gefunden)

Insgesamt: 3 Tage der Razzia (21.–23. Januar) – 1.246–4.000 Serben, Juden und Roma getötet.

📊 Die Opfer – wer wurde getötet?

Offiziell dokumentiert: 1.246 Namen (Museum der Vojvodina, Novi Sad – in den Archiven dokumentierte Namen).

Schätzung: 3.000–4.000 Getötete (viele Leichen nie gefunden – in die Donau geworfen, von der Strömung fortgetragen).

Kategorie Anzahl
Serben 800–2.500 (die größte Gruppe)
Juden 700–1.000
Roma 100–200
GESAMT (dokumentiert) 1.246
GESAMT (Schätzung) 3.000–4.000

Jüngstes Opfer: 5 Monate alt (ein Säugling – zusammen mit seiner Mutter in die Donau geworfen).

Ältestes Opfer: 87 Jahre alt.

Wichtig: Alle waren ZIVILISTEN – unter den Getöteten befanden sich keine Partisanen. Die Ungarn erschossen Zivilisten aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit (Serben, Juden) und Religion.

🏙️ Von der Razzia betroffene Städte – 14 Orte

Die Razzia fand in Novi Sad + 13 umliegenden Städten statt:

Stadt Opfer (Schätzung)
Novi Sad 900–1.500 (die meisten Opfer)
Žabalj 250–400
Temerin 100–200
Šajkaš 80–150
Gospođinci 70–100
Čurug 60–90
Weitere Städte (7) 300–600
GESAMT 1.760–3.040

🔫 Wie wurde die Razzia durchgeführt?

Methode (Novi Sad – 21. Januar 1942):

1. Abriegelung der Stadt (21. Januar, morgens):

  • Ungarische Truppen (Honvéds) riegeln alle Ein- und Ausgänge der Stadt ab
  • Niemand kann hinaus

2. Verhaftungen (21. Januar, 10:00–16:00 Uhr):

  • Die Ungarn betreten serbische Häuser, jüdische Häuser – und verhaften ALLE Männer, Frauen und Kinder
  • Überprüfung der Ausweispapiere: wenn du Serbe oder Jude bist → verhaftet
  • Ungarn werden freigelassen, Deutsche werden freigelassen – nur Serben und Juden werden verhaftet

3. Erschießung am Ufer der Donau (21. Januar, 17:00–23:00 Uhr):

  • Die Ungarn bringen die Verhafteten an das Ufer der Donau (in der Nähe des Hotels „Strand")
  • Sie erschießen sie in Gruppen (10–20 auf einmal)
  • Sie werfen die Leichen in ein Loch im Eis (die Donau zugefroren, Temperatur –15 °C)
  • Das Loch im Eis hat einen Durchmesser von etwa 5 Metern
  • Die Leichen verschwinden unter dem Eis – von der Strömung fortgetragen

Warum durch ein Loch im Eis?

  • Die Ungarn wollten die Beweise verbergen (Leichen unter Wasser)
  • Viele Leichen wurden nie gefunden (von der Strömung Richtung Rumänien, Bulgarien fortgetragen)
  • Frühjahr 1942: das Eis schmilzt – einige Leichen tauchen auf (Dutzende), doch die meisten verschwanden für immer

👥 Zeugnisse Überlebender

Jovan Đurić (32 Jahre alt, Überlebender der Razzia von Novi Sad):

„21. Januar 1942, morgens. Die Ungarn klopften an die Tür. Sie sagten: ‚Ein Serbe? Ja. Geh hinaus.‘ Sie führten mich mit über 50 anderen Serben fort. Sie führten uns an das Ufer der Donau. Ich sah das Loch im Eis. Ich sah, wie sie Menschen erschossen – und sie in das Loch warfen. Die Leichen verschwanden unter dem Eis. Reihen von Menschen – alle warteten darauf, erschossen zu werden. Ich stand in der letzten Reihe. Ich hörte die Schüsse. 10 Menschen fielen – in das Loch geworfen. Weitere 10. Weitere 10. Meine Reihe. Sie begannen zu schießen. Ich fiel – eine Kugel traf mich in die Schulter. Ich stellte mich tot. Leichen fielen auf mich. Die Ungarn überprüften – sie schossen denen in den Kopf, die sich bewegten. Ich blieb regungslos. Als die Nacht hereinbrach, kroch ich davon. Ich überlebte. Aber ich verlor meinen Bruder, meinen Vater, 2 Onkel – erschossen. In die Donau geworfen. Ich fand sie nie."

– Jovan Đurić, Überlebender

⚖️ Warum verübten die Ungarn die Razzia? – „Säuberung der Vojvodina"

April 1941 – die Deutschen greifen Jugoslawien an. Ungarn (ein Verbündeter der Deutschen) besetzt die Vojvodina (Nordserbien).

Die ungarische Regierung (Admiral Miklós Horthy) fasst einen Plan:

  • „Magyarisierung der Vojvodina" – die Bevölkerungsstruktur verändern
  • Die Serben und Juden zu vertreiben
  • Ungarn heranzuholen (sie in der Vojvodina anzusiedeln)
  • Ziel: Die Vojvodina wird ein „rein ungarisches" Gebiet

1941–1942 – die Ungarn beginnen mit ethnischen Säuberungen:

  • Sie schließen serbische Schulen (Ungarisch als Pflichtsprache)
  • Sie verbieten serbische Zeitungen
  • Sie verhaften serbische Intellektuelle (Lehrer, Priester, Anwälte)
  • Aber: nicht schnell genug

Januar 1942 – die ungarische Regierung befiehlt eine „Razzia" – eine radikalere Methode:

„Führt die Säuberung der Vojvodina von unzuverlässigen Elementen durch (Serben, Juden, Partisanen). Setzt alle erforderlichen Maßnahmen ein."

– Befehl aus Budapest, Januar 1942

21. Januar 1942 – die Razzia beginnt.

🇷🇸 Die serbische Sichtweise – niemals vergessen

Für das serbische Volk ist die Razzia von Novi Sad = das schrecklichste Verbrechen in der Vojvodina (Zweiter Weltkrieg):

  • 21.–23. Januar 1942 – 3 Tage der Erschießungen
  • 1.246–4.000 Serben und Juden getötet
  • Leichen in die Donau geworfen – durch ein Loch im Eis (viele Leichen nie gefunden)
  • Grund: ethnische Säuberung – „Magyarisierung der Vojvodina"
  • Die ungarische Armee (Honvéds) verübte das Verbrechen
  • 14 Städte betroffen – Novi Sad + 13 umliegende
  • Wir werden niemals vergessen – jeden Namen, jede Geschichte

„21.–23. Januar 1942 – die Ungarn führen eine Razzia in Novi Sad und 13 umliegenden Städten durch (Vojvodina). 1.246–4.000 Serben, Juden und Roma erschossen (3 Tage). Leichen durch ein Loch im Eis in die Donau geworfen (viele nie gefunden). Grund: ‚Säuberung der Vojvodina von Serben und Juden‘ – ethnische Säuberung. Die ungarische Armee (Honvéds) verübte das Verbrechen (mit deutscher Unterstützung). Jüngstes Opfer: ein Säugling von 5 Monaten. Das schrecklichste Verbrechen in der Vojvodina (Zweiter Weltkrieg). Für uns: 21.–23. Januar = die Gedenktage. Der Gedenkpark ‚Štrand‘ in Novi Sad – eine Gedenkstätte für die Opfer. Jeder Name. Jede Geschichte. WIR WERDEN NIEMALS VERGESSEN."

Quellen

Muzej Vojvodine, Novi Sad - 1,246 dokumentovanih imena žrtava
Istorijski arhiv Novi Sad - dokumentacija racije
Svedočanstvo Jovana Đurića (preživeli, 32 godine)
Knjiga: "Novosadska racija 1942" (Aleksandar Kasaš)
Dokumentarni film: "Racija u Novom Sadu" (1972)
Naređenje iz Budimpešte (januar 1942) - "Čišćenje Vojvodine"

Standort

Spomen park Štrand

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