„Der Kragujevacer Oktober" – ein Symbol des serbischen Leidens im Zweiten Weltkrieg (Massaker vom 21. Oktober 1941, die Deutschen erschossen 2.778–7.000 Serben). Das Gedicht „Ein blutiges Märchen" (Desanka Maksimović, 1945) – den Gymnasiasten gewidmet. Das Buch „Ein Tagebuch über Čarnojević" (Mihailo Lalić). Der Film „Der Kragujevacer Oktober" (1980). Jedes Jahr (21. Oktober) – der Gedenktag. „Der Kragujevacer Oktober" = ein Symbol: Wir werden niemals vergessen.
„Der Kragujevacer Oktober" – ein Symbol des serbischen Leidens
21. Oktober 1941 – die Deutschen erschießen 2.778–7.000 serbische Zivilisten in Kragujevac.
„Der Kragujevacer Oktober" – ist zu einem Symbol des serbischen Leidens im Zweiten Weltkrieg geworden:
- Ein Symbol des deutschen Terrors gegen die Serben
- Ein Symbol unschuldiger, vom Krieg getöteter Kinder (über 300 Gymnasiasten erschossen)
- Ein Symbol der Straflosigkeit (die Deutschen mussten sich nie verantworten)
- Ein Symbol des Gedenkens (wir werden niemals vergessen)
„Der Kragujevacer Oktober" = mehr als ein historisches Ereignis – er ist Teil der serbischen Identität.
📖 Das Gedicht „Ein blutiges Märchen" – Desanka Maksimović (1945)
Desanka Maksimović (1898–1993) – die bekannteste serbische Dichterin des 20. Jahrhunderts.
1945 (nach der Befreiung) – schreibt Desanka das Gedicht „Ein blutiges Märchen" (den Schülern des Gymnasiums von Kragujevac gewidmet, die am 21. Oktober 1941 erschossen wurden).
Das Gedicht „Ein blutiges Märchen" – Auszüge:
„Es geschah in einem Land der Bauern..."
„Es geschah in einem Land der Bauern
auf dem bergigen Balkan,
eine Klasse von Schülern
verschwand an einem einzigen Tag.
Sie verschwanden von den Schulbänken,
eine Klasse von Schülern;
zwanzig von ihnen, mit strahlender Stirn,
trugen ein Zeichen der Verheißung in sich.
Sie hatten gelernt, dass die Sonnenstrahlen
das Gold der Erde und flammende Worte sind,
und dass der Schatz, den uns die Natur schenkt,
uns im Glück wieder zurückkehrt.
Doch Stiefel kamen in die Schule,
Stiefel in Begleitung von Bajonetten,
sie führten die Schüler nach Šumarice
und erschossen sie, einen nach dem anderen.
Zwanzig von ihnen fielen auf einmal
auf das blutbedeckte Gras,
und der Himmel über Kragujevac
sah entsetzt ihrem Tod zu."– Desanka Maksimović, „Ein blutiges Märchen" (1945) – Auszüge
Das Thema des Gedichts:
- Gymnasiasten (Kinder von 11–18 Jahren), erschossen am 21. Oktober 1941
- Die Deutschen führten die Kinder aus dem Klassenzimmer nach Šumarice – und erschossen sie
- Vom Krieg zerstörte Unschuld
- Die Trauer der Mütter, die ihre Kinder verloren
Die Bedeutung des Gedichts:
- Das bekannteste serbische Gedicht, das dem Zweiten Weltkrieg gewidmet ist
- Es wird in allen serbischen Schulen gelesen (Pflichtlektüre)
- Jedes Jahr (21. Oktober) – rezitieren Schüler das Gedicht in Šumarice
- „Ein blutiges Märchen" = ein Symbol des serbischen Leidens – jeder Serbe kann es auswendig
📚 Das Buch „Ein Tagebuch über Čarnojević" – Mihailo Lalić (1981)
Mihailo Lalić (1914–1992) – ein serbischer Schriftsteller.
1981 – Lalić veröffentlicht den Roman „Ein Tagebuch über Čarnojević" (dem Massaker von Kragujevac gewidmet).
Handlung:
- Protagonist: Čarnojević (eine erfundene Person – ein Symbol für die Einwohner von Kragujevac)
- Geschichte: Čarnojevićs Tagebuch während des 19.–21. Oktober 1941 (vom Partisanenangriff bis zur deutschen Vergeltung)
- Ende: Čarnojević wird in Šumarice erschossen (21. Oktober)
Das Thema des Buches:
- Wie erlebten die einfachen Bürger von Kragujevac das Massaker?
- Angst, Trauer, Verzweiflung
- Der deutsche Terror – kollektive Bestrafung (Zivilisten für Taten der Partisanen erschossen)
- Menschlichkeit in einer Zeit des Bösen
Die Bedeutung des Buches:
- Der bekannteste Roman über das Massaker von Kragujevac
- In 15 Sprachen übersetzt
- Pflichtlektüre in serbischen Schulen
🎬 Der Film „Der Kragujevacer Oktober" (1980)
1980 – der jugoslawische Film „Der Kragujevacer Oktober" (Regie: Momčilo Ilić).
Handlung:
- Ein dokumentarisches Drama über das Massaker (21. Oktober 1941)
- Die Geschichte von Gymnasiasten, Fabrikarbeitern, Bauern – alle in Šumarice erschossen
- Der Film zeigt: den deutschen Angriff, die Verhaftungen, die Erschießungen, die Familien, die die Leichen suchen
Szenen, die in die Geschichte eingegangen sind:
- Lehrer Miloje Pavlović – steht bei seinen Schülern, während sie erschossen werden
- Mütter – kommen nach Šumarice, finden ihre Kinder (Weinen, Verzweiflung)
- Schüler – halten ihre Schulbücher, während sie erschossen werden
Die Bedeutung des Films:
- Der erste jugoslawische Film, der dem Massaker von Kragujevac gewidmet ist
- Von über 3 Millionen Menschen gesehen (Jugoslawien)
- Auf Filmfestivals gezeigt (Moskau, Berlin)
- Symbol: Der Film machte das Massaker von Kragujevac neuen Generationen bekannt
🕊️ Der Gedenktag – 21. Oktober (jedes Jahr)
21. Oktober – der Gedenktag für die Opfer des Massakers von Kragujevac.
Jedes Jahr (21. Oktober) – kommen Bürger aus Kragujevac und aus ganz Serbien nach Šumarice:
- Gedenkfeier: Amtsträger, Familien der Opfer, Bürger
- Blumenniederlegung: An den Denkmälern (Denkmal für die erschossenen Schüler, V-3, das Gedenk-Beinhaus)
- Verlesung der Namen: 2.778 Namen werden laut verlesen (dauert 2 Stunden)
- Rezitation des Gedichts „Ein blutiges Märchen": Gymnasiasten rezitieren Desanka Maksimović
- Schweigeminute: Um 12:00 Uhr (die Zeit, zu der das Massaker 1941 begann)
- Gymnasiasten: Sie kommen jedes Jahr – im Gedenken an die erschossenen Schüler
Atmosphäre:
- Tausende von Menschen (5.000–10.000)
- Das Weinen der Familien der Opfer (Nachkommen der Erschossenen)
- Blumen überall (die Denkmäler mit Blumen bedeckt)
- Stille (die Schweigeminute – das einzige Geräusch: der Wind durch die Bäume)
🎓 „Der Kragujevacer Oktober" in serbischen Schulen
Jeder Schüler in Serbien lernt über das Massaker von Kragujevac (Pflichtlektüre in den Schulen):
- Grundschule (7. Klasse): Das Gedicht „Ein blutiges Märchen" (Desanka Maksimović) – Pflichtlektüre
- Weiterführende Schule (2. Klasse): Der Roman „Ein Tagebuch über Čarnojević" (Mihailo Lalić) – Pflichtlektüre
- Geschichte (Zweiter Weltkrieg): Das Massaker von Kragujevac – ein eigenes Kapitel in den Lehrbüchern
- Exkursionen: Tausende von Schülern kommen jedes Jahr nach Šumarice (Schulausflüge)
Ziel: Eine neue Generation soll wissen, was geschehen ist – damit es nicht vergessen wird.
🌍 Die internationale Sichtweise – Kragujevac vs. Lidice
Lidice (Tschechoslowakei, 10. Juni 1942) – ein deutsches Massaker (340 Tschechen getötet):
- Wurde zum SYMBOL des deutschen Terrors in der westlichen Welt
- Gedenkstätten in aller Welt (USA, Großbritannien, Brasilien)
- Filme im Westen (Hollywood)
- Lidice = weltweit bekannt
Kragujevac (Serbien, 21. Oktober 1941) – ein deutsches Massaker (2.778–7.000 Serben getötet – 5- bis 20-mal mehr als in Lidice):
- Der Westen schwieg (fast niemand im Westen hatte von Kragujevac gehört)
- Keine Filme im Westen (Hollywood)
- Keine Gedenkstätten außerhalb Serbiens
- Kragujevac = unbekannt in der westlichen Welt
Die serbische Sichtweise:
- Doppelte Maßstäbe: Der Westen kümmerte sich mehr um die Tschechen (340 Opfer) als um die Serben (2.778–7.000 Opfer)
- Der Westen vergaß Kragujevac – aber die Serben WERDEN es NICHT
- „Der Kragujevacer Oktober" = ein Symbol des serbischen Leidens – selbst wenn der Westen es ignorierte
🇷🇸 Die serbische Sichtweise – „Der Kragujevacer Oktober" = Teil unserer Identität
„Der Kragujevacer Oktober" – mehr als ein historisches Ereignis. Er ist Teil der serbischen Identität:
- 21. Oktober 1941 – der schwärzeste Tag Kragujevacs (2.778–7.000 Serben erschossen)
- Das Gedicht „Ein blutiges Märchen" (Desanka Maksimović) – jeder Serbe kann es auswendig
- Der Roman „Ein Tagebuch über Čarnojević" (Mihailo Lalić) – Pflichtlektüre in den Schulen
- Der Film „Der Kragujevacer Oktober" (1980) – von über 3 Millionen Menschen gesehen
- Der Gedenktag (21. Oktober) – jedes Jahr kommen Bürger nach Šumarice
- Eine neue Generation – lernt über das Massaker (Exkursionen, Lektüre)
- Symbol: Wir werden niemals vergessen – selbst wenn die ganze Welt vergaß
Zeugnis eines jungen Serben (Marko Jovanović, 18 Jahre alt, Belgrad):
„Ich habe in der Schule über das Massaker von Kragujevac gelernt. Ich las ‚Ein blutiges Märchen‘ (Desanka Maksimović). Ich kam mit meiner Schule nach Šumarice. Ich sah die Namen – 2.778 Namen an der Wand. Viele waren Kinder (11–18 Jahre alt). ‚Milan Jovanović, 16 Jahre alt, Gymnasiast.‘ Derselbe Nachname wie meiner. Genauso alt wie ich. Ich weinte. Wie ist es möglich, dass die Deutschen KINDER erschossen? Nur weil sie Serben waren? Ich werde es nie vergessen. Niemals. ‚Der Kragujevacer Oktober‘ = ein Teil von mir. Ein Teil jedes Serben."
– Marko Jovanović, Schüler (18 Jahre alt)
„‚Der Kragujevacer Oktober‘ – ein Symbol des serbischen Leidens im Zweiten Weltkrieg. Das Massaker vom 21. Oktober 1941 (die Deutschen erschossen 2.778–7.000 Serben). Das Gedicht ‚Ein blutiges Märchen‘ (Desanka Maksimović) – den Gymnasiasten gewidmet (jeder Serbe kann es auswendig). Der Roman ‚Ein Tagebuch über Čarnojević‘ (Mihailo Lalić) – Pflichtlektüre. Der Film ‚Der Kragujevacer Oktober‘ (1980) – von über 3 Millionen Menschen gesehen. Jedes Jahr (21. Oktober) – der Gedenktag: Bürger kommen nach Šumarice, legen Blumen nieder, verlesen die Namen (2.778 Namen), rezitieren das Gedicht, eine Schweigeminute. Eine neue Generation lernt (Exkursionen, Lektüre). Der Westen vergaß Kragujevac. Aber die Serben WERDEN es NICHT. ‚Der Kragujevacer Oktober‘ = Teil unserer Identität. WIR WERDEN NIEMALS VERGESSEN."
Quellen
Mihailo Lalić - "Dnevnik o Čarnojeviću" (1981)
Film "Kragujevački oktobar" (1980, režija Momčilo Ilić)
Spomen park Šumarice - godišnja komemoracija (21. oktobar)
Gimnazija "21. oktobar" Kragujevac - recitacije pesme
Ministarstvo prosvete Srbije - obavezna lektira u školama
Standort
Spomen park Šumarice
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